Rund
2000 Genossenschaften gibt es in Deutschland, mit über
zwei Millionen Wohnungen und mehr als drei Millionen
Mitgliedern.
Die
ältesten Genossenschaften stammen noch aus der
Frühzeit des Genossenschaftsgedankens und sind
Über 100 Jahre alt. Doch heute wie damals gilt,
daß viele wirtschaftlich Schwache gemeinsam eine
große Kraft haben. Und auch in Zukunft soll gelten,
daß gemeinsames Handeln den Einzelnen stärkt
und daß aus solcher Erkenntnis ein Stück
angewandter Demokratie entstehen kann.
Man
mag das altmodische Wort Genossenschaft belächeln.
Es könnte aber zum Ausgang dieses Jahrhunderts
helfen und wichtig werden gegen den Egoismus und die
Vereinzelung unserer Gesellschaft.
lm
Jahr 1889 beschloß der Reichstag ein Genossenschaftsgesetz.
Seine zentrale Aussage lautet: In Genossenschaften soll
es eine unbesehränkte Haflung, wie bis dahin üblich,
nicht geben. Das hieß, die Mitglieder hafteten
nicht mehr mit ihrer gesamten Existenz, sondern mit
der Höhe ihres Genossenschaftsanteils. Das derart
begrenzte Risiko brachte die ersten Baugenossenschaften
richtig in Schwung. Die Arbeiter und Handwerker, die
ihr Erspartes zusammentaten, damit daraus Häuser
und Wohnungen gebaut würden, durften sich sichererfühlen,
einmal Miteigentümer zu sein.
Aus
solchen Anfängen entwickelte sich
ein
gemeinnütziges Bauen, das in den 20er Jahren und
noch einmal nach dem 2. Weltkrieg Millionen Menschen
ein Heim beschaffte.
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